Polen

Sommerurlaub 2026

Nun ist schon wieder Sommer und wir sind zu einer Rundreise durch Polen aufgebrochen. Wir wollen uns unser Nachbarland näher ansehen und Land und Leute kennenlernen. Die Anreise erfolgte mit einen Zwischenstopp für eine Nacht in Berlin, um eine liebe Freundin zu treffen und dann ab an die Polnische Ostsee nach Debina um hier 3 Tage zu verbringen.

Oberpfalz – Berlin – Debina (860km)

Nach der Ankunft am Sonntag gegen 18:00 Uhr haben wir die Unterkunft bezogen zwei Zimmer, Küche und Bad. Danach ging es ab an die See und bei schönstem Wetter haben wir die erste Brise bis Sonnenuntergang genossen.
Am nächsten Tag besuchten wir das Örtchen Rowy. Seit meinem letzten Besuch 2008, damals mit Freunden, hat sich nicht viel geändert. Nur sind wir diesmal zur Hochsaison mit vielen anderen Touristen da. Eine steife Briese Verbot uns am Folgetag das Baden. Der Wellengang war zu stark. Alternativ verweilten wir am Strand, spazierten an der Küste entlang nochmal nach Rowy und durch die schattigen kiefernbewachsenen Dünen zurück.

Debina – Łeba – Gdańsk (Danzig)

Die Sanddünen im Słowiński-Nationalpark fehlen in keinem Reiseführer als Empfehlung, sodass auch wir einen Abstecher zum Weltbiosphärenreservat und dieser Wüstenlandschaft machen wollten. Im Küsten- und eindeutig Touristenort Łeba ging es eine Abzweigung nach Rabka. Zusammen mit vielen Autos vor uns reihten wir uns ein, um auf dem Parkplatz noch eine Lücke zu ergattern. Es folgte, wiederum mit einem Strom an Menschen ein fast 6 km langer Wanderweg durch den Nationalpark bis zu den Sanddünen, deren Anblick uns für den Weg entschädigte. Viel Sand zu einer hohen Düne aufgetürmt, die Ostsee, in Polen Baltisches Meer genannt, auf der einen Seite und der Łeba-See auf der anderen Seite. Auf dem Rückweg verzichteten wir auf eine Strandwanderung und nahmen den gleichen Weg, welcher uns im übrigen sehr an den Nationalpark Müritz erinnerte, wie auch manche Backsteinkirchen und Alleen in der Gegend.

Danach machten wir uns auf den restlichen Weg Richtung Danzig. In Danzig angekommen, schlugen wir unser Zelt auf einem Campingplatz auf. Abends gingen wir mit den Kids noch zu dem fußläufig entfernt gelegenen Strand Plaza Stogi.


🖤 12.08.2026 Tja, wie weitermachen, wenn ein geliebter Mensch nicht mehr Teil sein kann?

Danzig Stadtbesichtigung

Am folgenden Tag besuchten wir die Marienburg/Malbork. Sie ist die größte Backsteinburg Europas, erbaut ab 1309 vom Deutschen Orden, welcher ca. 150 Jahre Jahre lang von da aus sein Staatsgebiet regierte welches später nach Säkularisation zu Preußen wurde. Danach nutzen polnische Könige, wie auch preußische Könige und deutsche Kaiser die Burg für unterschiedliche Zwecke von Kaserne bis Repräsentationsräume. Seit über 100 Jahren ist sie nun schon Besuchern zugänglich. An dieser Stelle seien die Audioguides erwähnt, die uns hier und in anderen Führungen im Urlaub sehr kurzweilig und interessant durch die jeweilige Ausstellung führten. In der Marienburg konnten wir mehrere Räume in den unterschiedlichen Teilen der Anlage – Mittelburg, Hochburg, 1. Eingangstor- anschauen. Ich persönlich fand den Sommerremter, also der „Gäste-, Empfangs- und Gesellschaftsraum für die Sommermonate“ sehr eindrucksvoll durch seine lange Glasfront.

Danzig – Westerplatte – nördliche Masuren (Harsz) <260km>

Aber bevor wir uns häuslich nieder lassen fahren wir bei 30 Grad in die Masuren. Zu Beginn machten wir noch einen Abstecher zur Westerplatte. Hier wollen wir uns das Munitionsdepot ansehen, welches für den Ausbruch des II. Weltkrieges steht, durch den Beschuss des deutschen Schiffes Schleswig-Holstein.

Nachdem so knappe 2 Stunden vergangen waren, machten wir uns auf den Weg in die Masuren. Die Fahrt von Danzig dauerte ca. 4 Stunden und so waren wir gegen 17:00 Uhr an unserem Zeltplatz in Harsz. Allerdings machten wir auch noch einen Zwischenstopp in Heinsberg für ein Eis weil es eh auf dem Weg lag. Es kam uns zum Teil vor ,als ob wir an die Müritz und Mecklenburgische Seenplatte fahren. Nur alles etwas größere Gewässer mit Mücken und kaum Handyempfang.

nördliche Masuren (Wolfsschanze)

Kaum angekommen wurde bereits die Besichtigung am nächsten Tag im ehemaligen Führerhauptquartier „Wolfsschanze“ bei Rastenburg geplant. Hier bekamen wir einen Eindruck von Größenwahn und Menschenverachtung, da hier der Vernichtungsfeldzug gegen die Sowjetunion als auch die Niederschlagung des Warschauer Aufstandes gesteuert wurden. Aber auch einen Lichtblick in der dunklen Geschichte konnten wir betrachten; die Reste der Lagebaracke in welcher Stauffenberg das Attentat auf Hitler verübte.

Bis 2017 betrieben private Pächter das Gelände bis es von der polnischen Forstbehörde übernommen wurde. Da zum einen der Verfall zunahm und zum anderen Besucher hier Schießübungen abhalten konnten als auch durch das Gelände mit Wehrmachtsfahrzeugen fahren konnten. Nun wird Wert auf eine reflektierte Aufarbeitung der Vergangenheit gelegt.

Nach den ganzen Besichtigungen haben wir auch mal einen Tag Pause eingelegt und sind im Dargin-See baden gewesen und haben unser SUP genutzt, damit es nicht nur im Kofferraum mitfährt.

Harsz – Treblinka – Warszawa (Warschau) <290km>

Da unsere Urlaubsplanung einen Roadtrip durch Polen vorsah, sind wir nach 3 Tagen weiter und haben die Masuren wieder verlassen. Auf eine weitere Besichtigung von Bunkeranlagen haben wir verzichtet, obwohl es noch einige in der Gegend gab und sind gen Warschau aufgebrochen.

Auf dem Weg nach Süden legten wir einen Stopp in der Gedenkstätte des Vernichtungslagers Treblinka ein. Treblinka II war das größte Vernichtungslager im Rahmen der Aktion Reinhardt. Dort wurden min. 800.000 Menschen im Zuge des Holocaust ermordet. Nach Abschluss der Aktion wurde das Lager für eine gründliche Vertuschung komplett zurückgebaut. Als Gedenkstätten wurde Treblinka 1964 eingeweiht, wobei die nachträglich angebrachten Gedenkorte und Monumente nur die ungefähre Lage andeuten können. Den Besuch haben wir uns nicht leicht gemacht, da wir uns überlegten, ob dies für Kinder passend ist. Wir sind zu der Entscheidung gekommen dies vorher und nachher ausführlich zu besprechen und wir haben auch nach dem Besuch über die Gefühlslage der Kids gesprochen.

Im Anschluss haben wir unsere Fahrt über Landstrassen und Dörfer nach Warschau fortgesetzt. Hier angekommen haben wir unser Hotel bezogen und sind eine erste kleine Runde gegangen. Zum Essen haben wir uns eine Milchbar gesucht wo wir traditionell polnisches, sehr leckeres und günstiges Essen erhielten.

Sightseeing Warschau

Unsere Stadtbesichtigung startete am Kulturpalast, dem „Geschenk der Sowjetischen Nationen an das Polnische Volk“ und sind direkt rein und hoch auf das zweithöchste gebäude Warschaus und zugleich Polens. Warschau ist unrer anderem geprägt von einer völligen Zerstörung im 2. Weltkrieg. So können Besucher*innen die wiederaufgebaute Altstadt besichtigen. Wir sind mir dem Bus dann weiter gefahren zum Mahnmal für die ermordeten Juden Warschau (Kniefallmonument) und beendeten den Tag mit dem Spaziergang entlang der Weichsel. Warschau hat eine junge Architektur aufgrund seiner Geschichte und hier scheint vom Baustil viel möglich.

Warszawa (Warschau) – Kraków (Krakau) <300 km>

Nach zwei Tagen fing es nun nach Krakau, die schönste Stadt Polens. Also ab ins Auto uns knappe 3,5 Stunden Richtung Süden. Damit die Fahrt nicht so langweilig haben wir einen Stopp auf der Burg Chęciny eingelegt und sind dann nach Krakau weiter gefahren. Nach der Ankunft in der Unterkunft sind wir zur Touri-Info aufgebrochen und haben Pläne für den nächsten Tag gemacht.

Sightseeing Krakau

Krakau als angeblich schönste Stadt Polens sollte auf unserer Rundreise nicht fehlen. Wir haben uns in zwei Tagen die Altstadt, die Burg(Wawel), das jüdische Viertel (in Kasimierz) und sowie auf der Anderen Seite der Weichsel sie Emaillefabrik von Oskar Schindler, die Reste des Krakauer Ghetto angeschaut. Mitten auf dem riesigen Marktplatz, Rynek Główny genannt, sind die Tuchhallen zu finden, in welchem viele kleine Händlergeschäfte ihren Kram verkaufen. Unter dem Marktplatz befindet sich ein Museum zur Geschichte Krakaus mit Schwerpunkt Mittelalter.

Krakau – Gleiwitz – Oppeln

Heute hieß es Abschied nehmen, nach zweieinhalb Tagen in Krakau. Aber bevor wir Richtung Westen aufbrachen machten wir noch einen Stopp in Nowa Hurta und schauten uns die sozialistische Planstadt an. Es war interessant hier wieder die architektonische Idee und Ihre Umsetzung zu sehen. Nach dem dies geschehen war machten wir uns auf nach Oppeln. Die Stadt welcher unser Straße den Namen gibt. Allerdings fuhren wir nicht durch sondern machten einen Zwischenstopp in Gleiwitz beim gleichnamigen Sender welcher immer als Auslöser, durch den fingierten Überfall des 2. Weltkriegs benannt wird. Danach war es nur noch ein Katzensprung bis Oppeln zu unserem Hotel.